FICEPS Games 2019 in Bukarest

Einer der interessantesten Erfahrungen in meinem bisherigen Leben war meine Teilnahme an den FICEP/FISEC in Bukarest. Abgesehen davon, dass das Essen, welches nur aus Hendel bestand, schmeckte, als ob ich es selbst gekocht hätte (Ich lasse sogar eine Eierspeise anbrennen) und die Gastfreundlichkeit mit dem berühmten Satz: „When you finish, you can go“ gewöhnungsbedürftig war, war es dennoch lustig mit meinen Leuten aus Niederösterreich darüber zu lachen. An die Organisatoren des Wettkampfes möchte ich appellieren, dass es noch ausbaufähig ist, denn die Wartezeiten waren etwas anstrengend und das Startsignal lautet: „Take your mark!“ Und nicht „Taste your Mars!“

Am ersten Wettkampftag durfte ich über 50 Meter Brust und Kraul starten. Da die Pause zwischen den 2 Bewerben nicht mehr als 3 Minuten betrug, zeigten sich meine Zeiten dementsprechend. Dennoch reichte meine Zeit über 50 Meter Brust, um im Finale zu starten. Gestärkt durch das täglich „köstliche“ Hendel, bestieg ich voller Konzentration und Nervosität meinen Startblock in Gedanken an den Sieg. Als ich eigentlich als erster anschlug, war ich in Erwartung dritter zu sein, jedoch klärte mich mein Team auf gewonnen zu haben und ich konnte mein Glück kaum fassen.

Ähnlich erging es mir am zweiten Wettkampftag, an dem ich den zweiten Platz über 100 Meter Brust belegte, mein Dank geht an die gewonnene Energie durch die tägliche Hendelvariation.

Nach zwei herausfordernden Tagen erwartete ich sehnsüchtig unseren freien Tag. Nach 4-stündigen Parlamentsaufenthalt und eineinhalb Stunden Gottesdienst, fühlte ich mich wie nach einem Schultag, ich habe nichts verstanden, nichts gelernt und freute mich auf mein Bett und natürlich das Hendel.

Am letzten Tag durfte ich über 100 Meter Delphin, Brust und die 4×50 Meter Kraulstaffel den Teambewerb bestreiten. Bei den 50 Metern Delphin fühlte ich mich wie Micheal Phelps und erreichte bei der ersten Durchgangszeit sogar eine neue Bestzeit. Doch alles Gute hat sein Ende und das Phelps-Gefühl verschwand schlagartig. Was blieb war das Gefühl einer sterbenden Seerobbe. Dementsprechend waren meine Durchgangszeiten 11 Sekunden auseinander. Ähnlich waren meine 100 Meter Brust. Zuletzt stand die Kraulstaffel an, bei der wir höchstmotiviert an die Sache rangingen, da wir an den letzten beiden Tagen jeweils vierter wurden. Durch unseren durchwachsenen Teamspirit und die Vorfreude aufs Hendel belegten wir den dritten Platz. Insgesamt durften wir uns über den vierten Platz freuen.

Mein besonderer Dank gilt unserer fürsorglichen, aufopfernden, humorvollen, hilfsbereiten Betreuerin Ursula Manhart. Beispielsweiße hat sie immer dafür gesorgt, dass unsere Mägen nicht leer waren, da sie mit uns den MC Donalds besucht hat, was eine angenehme Abwechslung zum täglichen Hendel war. Außerdem hat sie mit ihrer lustigen Art immer das positive gesehen und dafür gesorgt, dass wir uns wohlfühlten. Als die Köche zum Beispiel sagten, dass es endlich Spaghetti gäbe und wieder einmal ein anziehendes Hendel am Tisch bereitstand fragte sie liebenswürdig das Personal: „Gives it no spaghetti?“

Am Rückreisetag freute ich mich auf zu Hause und natürlich wieder auf meine Schwimmfreunde und meine Trainerinnen.

Im Großen und Ganzen war die Reise eine einmalige Erfahrung, wofür ich Uschy und natürlich meinem Verein immer sehr dankbar sein werde.

Verfasst von Ben Gruber